Ebenerdig und über Wohnraum
Terrasse abdichten und sanieren
Eine Terrasse wird abgedichtet, damit Wasser nicht in die Konstruktion und nicht an das Gebäude gelangt. Wie aufwendig das ist, entscheidet eine einzige Frage: Was liegt unter der Fläche? Über einem beheizten Raum ist die Abdichtung ein Bauteil mit hohen Anforderungen; auf gewachsenem Boden geht es vor allem um Ableitung, Sockelanschluss und Frostsicherheit.
Der zweite Unterschied zum Balkon ist der Übergang ins Haus. Terrassen liegen oft schwellenarm an der Wohnraumtür, und genau dort braucht die Abdichtung Höhe. Beides zusammen geht nur mit einer Entwässerung unmittelbar vor der Tür.

Drei Lagen, drei Aufgaben
Was eine Terrassensanierung verlangt, hängt an ihrer Lage. Die Zuordnung entscheidet auch darüber, welches Gewerk zuständig ist.
Auf gewachsenem Boden, an das Haus angebaut
Worum es abdichtungstechnisch geht
Ableitung des Wassers vom Gebäude weg, Sockelanschluss gegen Spritzwasser, frostsicherer Aufbau, Übergang zur Tür
Wer zuständig ist
Garten- und Landschaftsbau oder Belagsbetrieb, für den Sockelanschluss ein Abdichtungsbetrieb
Über einem beheizten Raum
Worum es abdichtungstechnisch geht
Vollwertige Abdichtung mit Gefälle, Dämmung im Aufbau, Anschlüsse an Wand und Tür, gesicherte Entwässerung
Wer zuständig ist
Abdichtungs- oder Dachdeckerbetrieb; die Fläche wird wie eine genutzte Dachfläche behandelt
Über einem unbeheizten Raum, etwa Garage oder Keller
Worum es abdichtungstechnisch geht
Abdichtung mit Gefälle und Entwässerung; die Anforderungen an die Dämmung richten sich nach der Nutzung darunter
Wer zuständig ist
Abdichtungsbetrieb; die Nutzung des Raums darunter gehört in die Aufgabenstellung
Liegt die Fläche im Aufbau eines Daches, ist es eine Dachabdichtung mit eigenen Regeln und eigenem Gewerk. Diese Abgrenzung sollte vor dem ersten Angebot geklärt sein.
Quelle: DIN 18531-5 (Balkone, Loggien, Laubengänge) und DIN 18533 (Abdichtung von erdberührten Bauteilen) · Stand September 2026
- Terrassenabdichtung
- Die wasserführende Schicht unter dem Terrassenbelag einschließlich Gefälle, Randabschluss, Sockel- und Türanschluss sowie der Entwässerung, die das anfallende Wasser sicher vom Gebäude wegführt.
- Sie unterscheidet sich von einer Balkonabdichtung durch das, was unter ihr liegt und was an sie anschließt. Der Balkon kragt aus, ist an drei Seiten frei und wirft sein Wasser über die Kante ab. Eine Terrasse grenzt an das Gebäude und an das Erdreich; ihr Wasser muss geführt werden, und ihr Sockelanschluss muss Spritzwasser aushalten.
Der Übergang zur Tür ist die Stelle, an der es klemmt
Zwei Anforderungen treffen an der Terrassentür aufeinander. Die Abdichtung braucht Höhe: Sie muss über die fertige Oberfläche hochgeführt werden, damit Wasser nicht dahinterlaufen kann. Der Wunsch geht in die Gegenrichtung — ein schwellenarmer, ebener Übergang aus dem Wohnraum ins Freie.
Aufgelöst wird das mit einer zusätzlichen Maßnahme unmittelbar vor der Tür: einer Entwässerungsrinne, die anfallendes Wasser vor der Schwelle aufnimmt und abführt, verbunden mit einem Gefälle, das von der Tür wegführt. Damit wird die geringere Anschlusshöhe kompensiert.
Diese Rinne ist kein Zubehör, sondern Teil des Konzepts, und sie braucht einen Anschluss an die Entwässerung — nicht nur einen Kies gefüllten Streifen. Wer den barrierearmen Übergang möchte, sollte ihn deshalb ausdrücklich beauftragen und im Angebot benannt sehen.
Wie eine Terrassensanierung abläuft
Der Ablauf gleicht dem am Balkon, unterscheidet sich aber an zwei Stellen: bei der Entwässerung und am Anschluss ans Gebäude.
1. Lage und Aufbau klären
Liegt ein Raum darunter, und wird er beheizt? Wohin läuft das Wasser heute? Wie hoch ist der Anschluss an der Tür? Diese drei Antworten bestimmen den gesamten weiteren Aufbau.
2. Belag und alten Aufbau abtragen
Belag, Splittbett oder Estrich und die alte Abdichtung kommen so weit herunter, wie es der Befund verlangt. Bei Terrassen auf Erdreich gehört dazu die Prüfung, ob der Unterbau setzungsfrei und frostsicher aufgebaut ist.
3. Untergrund und Gefälle herstellen
Der Untergrund wird tragfähig hergerichtet, das Gefälle vom Gebäude weg aufgebaut. Wo Wasser bisher zur Wand lief, ist das der Schritt, der den Schaden abstellt.
4. Abdichten und anschließen
Fläche abdichten, an aufgehenden Bauteilen hochführen, den Sockel anschließen, Türanschluss und Rinne ausbilden, Durchdringungen anarbeiten. Über beheizten Räumen kommt die Dämmung im Aufbau dazu.
5. Entwässerung herstellen
Rinne, Ablauf und die Weiterführung des Wassers. Anfallendes Niederschlagswasser muss dorthin, wo es abgeführt werden darf — wohin, richtet sich nach dem kommunalen Entwässerungsrecht.
6. Belag aufbauen
Platten auf Stelzlagern, im Splittbett oder verklebt, Holz- oder Verbundroste auf einer Unterkonstruktion. Der Belag folgt dem Aufbau — er bestimmt ihn nicht.
Was vor dem Angebot geklärt sein sollte
Diese Fragen entscheiden über den Aufbau. Sie lassen sich am Ortstermin in wenigen Minuten beantworten:
- Liegt unter der Terrasse ein Raum, und wird er genutzt oder beheizt?
- Wohin läuft das Wasser heute, und wo endet es — Ablauf, Rinne, Versickerung oder frei über die Kante?
- Wie hoch ist der Anschluss an der Terrassentür heute, und soll der Übergang schwellenarm werden?
- Wie ist der Sockel des Gebäudes ausgebildet, und gibt es Spuren von Spritzwasser oder aufsteigender Feuchte?
- Ist der Unterbau bei einer Terrasse auf Erdreich frostsicher aufgebaut, oder gibt es Setzungen?
- Wird die Fläche vergrößert, überdacht oder eingehaust? Dann ist zusätzlich zu klären, ob eine Genehmigung erforderlich ist.
Häufige Fragen
Wie wird eine Terrasse abgedichtet?
Eine Terrasse wird abgedichtet, indem der Untergrund tragfähig hergerichtet, ein Gefälle vom Gebäude weg aufgebaut, die wasserführende Schicht aufgebracht und an Sockel, Tür und Rand angeschlossen wird; danach folgt die Entwässerung und zuletzt der Belag. Über einem beheizten Raum kommt eine Dämmschicht im Aufbau hinzu.
Worin unterscheidet sich eine Terrasse von einem Balkon?
Ein Balkon kragt aus dem Gebäude aus, ist an drei Seiten frei und wirft sein Wasser über die Kante ab. Eine Terrasse liegt auf dem Erdreich oder über einem Raum und grenzt an das Gebäude — deshalb sind bei ihr Sockelanschluss, Türübergang und die geführte Entwässerung die maßgeblichen Punkte.
Muss eine ebenerdige Terrasse abgedichtet werden?
Eine Terrasse auf gewachsenem Boden braucht keine flächige Abdichtung wie eine Fläche über einem Raum, wohl aber einen geschützten Anschluss an das Gebäude: Der Sockel muss gegen Spritzwasser geschützt sein, und das Wasser muss vom Haus weggeführt werden. Genau dort entstehen die Feuchteschäden, nicht in der Fläche.
Wie bekommt man einen schwellenlosen Übergang zur Terrasse dicht?
Ein schwellenarmer Übergang wird dicht, wenn die geringere Anschlusshöhe durch eine Entwässerungsrinne unmittelbar vor der Tür und ein von der Tür wegführendes Gefälle ausgeglichen wird. Die Rinne braucht dafür einen Anschluss an die Entwässerung. Diese Maßnahme gehört ausdrücklich in das Angebot, sonst wird sie nicht ausgeführt.
Was kostet es, eine Terrasse abzudichten?
Der Preis einer Terrassenabdichtung hängt an der Lage der Fläche, am Umfang des Rückbaus, an der Zahl der Anschlüsse und an der Entwässerung. Eine Fläche über einem beheizten Raum liegt wegen Dämmung und Anschlussaufwand über einer ebenerdigen Terrasse gleicher Größe. Eine Einordnung mit Rechner steht auf der Kostenseite dieses Portals.
