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Balkonsanierung Fachbetriebe

Oberfläche und Schutzschicht

Balkonbeschichtung mit Flüssigkunststoff

Eine Balkonbeschichtung ist eine flüssig aufgebrachte Schicht, die auf dem Untergrund aushärtet und die Fläche ohne Fugen und ohne Nähte schließt. Sie ist zugleich Oberfläche und Schutzschicht: Man sieht sie, man läuft darauf, und sie hält Wasser und Frost vom Untergrund fern.

Ob eine Beschichtung auch die Abdichtung ersetzt, hängt am eingesetzten System und nicht am Wort. Manche Aufbauten sind als Abdichtung ausgelegt und entsprechend armiert, andere sind ein reiner Oberflächenschutz über einer darunterliegenden Abdichtung. Diese Unterscheidung gehört ins Angebot, bevor irgendetwas gerührt wird.

Eine behandschuhte Hand verteilt eine graue Beschichtung mit einer Rolle auf dem Balkonboden.
Gleichmäßiger Auftrag auf dem vorbereiteten Untergrund
Balkonbeschichtung
Ein flüssig aufgebrachter, auf der Fläche aushärtender Aufbau aus Grundierung, einer oder mehreren Schichten Kunststoff und einer Abschluss- oder Verschleißschicht, der nahtlos über Fläche, Kanten und Anschlüsse geführt wird.
Der Begriff sagt nichts über die Funktion. Ein und dieselbe Bezeichnung wird für zwei verschiedene Dinge verwendet: für einen Aufbau, der die Abdichtungsebene bildet und dafür mit einem Vlies armiert wird, und für eine dünne Schutz- und Nutzschicht auf einem Untergrund, der seine Abdichtung woanders hat. Fragen Sie deshalb nicht nach einer Beschichtung, sondern danach, welche Schicht in Ihrem Aufbau das Wasser führt.

Schutzschicht oder Abdichtung — der Unterschied im Angebot

Beide Aufbauten sehen fertig gleich aus. Unterschieden werden sie an dem, was im Angebot steht.

  • Aufgabe

    Beschichtung als Oberflächenschutz

    Schützt den Untergrund vor Wasser, Frost und Abrieb; die Abdichtung liegt darunter oder ist nicht erforderlich

    Beschichtung als Abdichtung

    Bildet selbst die wasserführende Ebene des Aufbaus

  • Aufbau

    Beschichtung als Oberflächenschutz

    Grundierung und Deckschicht, teils mit eingestreutem Zuschlag gegen Rutschgefahr

    Beschichtung als Abdichtung

    Grundierung, armierte Schicht mit eingelegtem Vlies, Deck- oder Verschleißschicht

  • Anschlüsse

    Beschichtung als Oberflächenschutz

    Werden gestalterisch angearbeitet

    Beschichtung als Abdichtung

    Werden abdichtungstechnisch ausgebildet: hochgeführt an der Wand, an Türschwelle, Rand, Ablauf und Durchdringungen

  • Woran Sie es erkennen

    Beschichtung als Oberflächenschutz

    Im Angebot steht nur Grundierung plus Deckschicht

    Beschichtung als Abdichtung

    Im Angebot stehen Armierung, Anschlussdetails und die Angabe, welches System eingebaut wird

Wenn das Angebot diese Frage nicht beantwortet, ist sie offen — und sie ist die einzige, die über die Dauerhaftigkeit entscheidet.

Wovon das Ergebnis abhängt

Vom Untergrund. Eine Beschichtung verbindet sich mit dem, worauf sie liegt; sie hat keine eigene Tragfähigkeit. Lose Teile, sandende Oberflächen, alte Klebstoffreste oder ein Belag, der sich nicht mehr fest verbunden hat, müssen vorher weg. Wie tragfähig der Untergrund ist, lässt sich mit einem Abreißversuch prüfen — das ist eine Leistung, die im Angebot stehen kann.

Von der Feuchte im Untergrund. Ein Untergrund, in dem Wasser steht, nimmt keine dichte Schicht an: Der Aufbau löst sich später blasenförmig ab. Deshalb wird die Untergrundfeuchte vor der Beschichtung gemessen, und deshalb ist eine Beschichtung keine Antwort auf einen durchfeuchteten Aufbau.

Vom Wetter. Verarbeitung und Aushärtung sind an Temperatur, Untergrundtemperatur, Luftfeuchte und Taupunkt gebunden; die Grenzen gibt der Hersteller des Systems vor. Fällt die Temperatur unter den Grenzwert oder schlägt sich Feuchte auf der frischen Schicht nieder, leidet die Haftung. Bei Regen wird nicht beschichtet, und eine frische Fläche braucht ihre Zeit, bevor sie belastet wird.

Von der Ausführung der Kanten. Der Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass Fläche, Ecke, Sockel und Durchdringung in einem Zug in derselben Schicht liegen. Genau dort entsteht der Aufwand — und dort wird bei einem knapp kalkulierten Angebot gespart.

Was im Angebot stehen sollte

Eine Beschichtung ist ein Systemaufbau. Vergleichbar wird sie über diese Angaben:

  • Welches System eingebaut wird, mit den Herstellerunterlagen zu Aufbau, Schichtdicken und Verarbeitungsbedingungen.
  • Ob der Aufbau die Abdichtung bildet oder als Schutzschicht über einer vorhandenen Abdichtung liegt.
  • Wie der Untergrund vorbereitet wird: Abtrag, Fräsen oder Strahlen, Ausbesserung von Ausbrüchen, Grundierung.
  • Ob die Tragfähigkeit des Untergrunds geprüft wird und ob die Untergrundfeuchte gemessen wird.
  • Wie die Anschlüsse ausgeführt werden — an der Wand, an der Türschwelle, am Rand, am Ablauf und an den Geländerbefestigungen.
  • Ob eine rutschhemmende Ausführung vorgesehen ist und wie sie hergestellt wird.
  • Wie mit Witterung umgegangen wird: Einhausung, Verschiebung, Umgang mit angearbeiteten Flächen.
  • Wann die Fläche wieder betreten und wann sie voll genutzt werden darf.

Was eine Beschichtung an Pflege verlangt

Eine beschichtete Fläche ist eine Verschleißschicht mit begrenzter Lebensdauer. Sie wird durch Sonne, Frost, Streugut und Möbelfüße abgetragen, und sie ist an den Rändern und an den Übergängen am empfindlichsten.

Was das für den Betrieb heißt: Abläufe freihalten, stehendes Wasser vermeiden, Beschädigungen früh ausbessern. Eine kleine Fehlstelle lässt sich anarbeiten, solange sie klein ist; ist Wasser einmal unter die Schicht gelaufen, wird der Bereich großflächig geöffnet.

Fragen Sie deshalb nach der vorgesehenen Erneuerung der Deck- oder Verschleißschicht und danach, ob sie sich später ohne vollständigen Rückbau auffrischen lässt. Das ist ein Unterschied zwischen Systemen und ein Punkt, der in kein Werbeblatt passt, aber in ein Angebot.

Häufige Fragen

Was ist eine Balkonbeschichtung?

Eine Balkonbeschichtung ist ein flüssig aufgebrachter Aufbau aus Grundierung, einer oder mehreren Kunststoffschichten und einer Abschlussschicht, der auf der Fläche aushärtet und sie fugenlos schließt. Je nach System bildet sie selbst die wasserführende Ebene oder sie schützt einen Untergrund, dessen Abdichtung darunter liegt.

Ist eine Balkonbeschichtung auch eine Abdichtung?

Nicht jede Beschichtung ist eine Abdichtung. Nur ein Aufbau, der als Abdichtung ausgelegt ist — mit Armierung und mit abdichtungstechnisch ausgebildeten Anschlüssen an Wand, Türschwelle, Rand und Ablauf —, übernimmt diese Aufgabe. Im Angebot lässt sich das an Armierung und Anschlussdetails ablesen.

Auf welchen Untergrund kann man eine Balkonbeschichtung auftragen?

Der Untergrund muss fest, tragfähig, sauber und trocken sein; die genauen Anforderungen gibt der Hersteller des Systems vor. Sandende Oberflächen, lose Belagsreste und alte Klebstoffe werden vorher abgetragen. Ob die Tragfähigkeit ausreicht, lässt sich mit einem Abreißversuch prüfen.

Bei welcher Temperatur kann ein Balkon beschichtet werden?

Verarbeitung und Aushärtung sind an Temperatur, Untergrundtemperatur, Luftfeuchte und Taupunkt gebunden, und diese Grenzen legt der Systemhersteller fest — nicht der Kalender. Bei Regen und bei drohender Taupunktunterschreitung wird nicht beschichtet; einzelne Systeme lassen sich mit Einhausung und Beheizung auch in der kühlen Jahreszeit einbauen.

Wie lange hält eine Balkonbeschichtung?

Eine Beschichtung ist eine Verschleißschicht: Sie wird durch Sonne, Frost, Streugut und mechanische Belastung abgetragen, zuerst an Rändern und Übergängen. Wie lange sie trägt, hängt an Systemwahl, Schichtaufbau, Bewitterung und Pflege. Fragen Sie vor der Beauftragung, ob sich die Deckschicht später auffrischen lässt, ohne den ganzen Aufbau zu entfernen.

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